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Der kleine Unterschied und seine großen Folgen.

Betrachtungen zum Thema Holebug und Streckbug.

In der Segelpraxis ist es nicht immer von größter Bedeutung, welche Fachausdrücke wir an Bord verwenden, auch wenn einige 'alte Hasen' sich damit wichtig tun. Wichtig ist nur, dass alle wissen, was gemeint ist. Ob wir z.B. ein Boot schlicht kippelig nennen, oder den schon etwas antiquierten Ausdruck rank benutzen - die Wirkung bleibt gleich.

  Nur Verwechslungen und Fehler in unserem Seglerlatein können schon zur Verwirrung beitragen. Als Beispiel stehen hier die Be­griffe Holebug und Streckbug.

 Wann heißt nun welcher Bug wie und warum? Oder stehen beide Begriffe für den gleichen Kurs? Diese Fragen werden oft unter Seglern diskutiert, wenn es um taktisch richtiges Navigieren auf der Kreuz geht.

  In der Fachliteratur sind zu dem Thema un­terschiedliche Erklärungen zu finden: Einmal wird Holebug gleich Streckbug gesetzt. (Wozu dann zwei Begriffe?) Andere finden erst mit dem Erreichen des Zieles den Streckbug. Bei diesen Erklärungen lassen sich natürlich keine Regeln für taktisch kluges Segeln ableiten. Altmeister Willy Kuhweide umschifft diese Klippen der Definition ge­schickt, indem er die verschiedenen Kurse „das lange und das kurze Bein“ nennt.

  Nur eins ist klar: Holebug und Streckbug er­geben sich nur dann, wenn zu einem Ziel aufgekreuzt wird, das nicht genau in der Richtung liegt, aus der der Wind weht.

  Aber welcher Bug wird nun wie genannt?

Um den umstrittenen Begriffen einen logi­schen Sinn zu geben, schauen wir uns eine Situation einmal aus der Vogelperspektive an. (Abb. 1) tl_files/Seemannschaft/Abb1.jpg

  Egal mit wie vielen Schlägen das Ziel erreicht wird, auf jeden Fall muss auf ei­nem Bug eine längere Strecke gesegelt wer­den. Es ergibt sich also ein gestreckter Bug. Liegt das Ziel in Windrichtung gesehen z.B. rechts, ist Steuerbord der Streckbug, denn der Schlag oder die Schläge über den Bug ist oder sind länger (man kann es auch gestreckter nennen).

  Weil aber auf diesem Bug allein das Ziel nicht zu erreichen ist, muss man auf dem an­deren Bug zusätzlich Höhe „holen“. Verglei­chen wir es einmal mit einer Treppe, auf der man sich vorwärts bewegt und dabei auf jeder Stufe Höhe gewinnt.

   Natürlich läuft ein Boot auf dem Streckbug genau so hoch am Wind wie auf dem Hole­bug. Deshalb ist die oft gehörte Vermutung, dass ein Boot auf dem Holebug mehr Höhe gewinnt, einfach falsch. Für die Benennung ist es aber egal, auf welchem Bug man zuerst segelt oder das Ziel letztendlich erreicht; denn welcher Bug zum Holebug und welcher zum Streckbug wird, folgert sich aus der Wind­richtung und aus der Richtung zum Ziel.

 tl_files/Seemannschaft/Abb2.jpg Die Situation zeigt auch, dass ein Bug begünstigt ist (Abb. 2). Boot A gewinnt Höhe und nähert sich dabei stetig dem Ziel. Der letzte günstige Wendepunkt (a) liegt nahe am Ziel und ist deshalb gut abzuschätzen. Boot B läuft zwar die gleiche Höhe, entfernt sich aber vom Ziel, wenn es den Wendepunkt „b“ verpasst - und das ist bei der großen Distanz zum Ziel leicht möglich.

 

  Um solches Missgeschick zu vermeiden und um auf Winddrehungen besser reagieren zu können, lautet die Regel: Segle zuerst auf dem gestreckten Bug - also, Streckbug zuerst.

  Nur wenn das Ziel genau in Windrichtung liegt, sind die Schläge auf Steuerbord- und Backbordbug gleich lang - logisch. Dreht der Wind nur um 7 Grad, ist das Verhältnis Hole­bug zu Streckbug bereits 3:4. Bei einer Wind­drehung von 10° verhält es sich schon 2:3 und bei ca. 17° dann sogar 1:2  (Abb. 3). In diesen Fällen wurde ein Winkel von 45° zur Wind­richtung angenommen. tl_files/Seemannschaft/Abb3.jpg

 

Bei anderen 'Höhen zum Wind' sind die Seitenverhältnisse von Hole- zu Streckbug ähnlich.

  Meteorologisch sind solche kleinen Windänderungen belanglos und werden nicht als Winddrehung registriert. Für die Segler, besonders in einer  Wettfahrt,   ergeben   sich   daraus  aber   große Konsequenzen.

  Als Beispiel: Segelt Boot  B  bei einer Wind­drehung von 1½ Strich (denn mehr sind 17° auf der Windrose nicht) auf dem vermeintli­chen Holebug so weit wie Boot A auf dem Streckbug, muss es auf dem anschließenden Weg zum Ziel mehr als die doppelte Distanz wie Boot A zurücklegen (vergl. Abb. 4).

tl_files/Seemannschaft/Abb4.jpg

  Es lohnt sich also, die Windrichtung immer genau zu beobachten. Kleine Windschwan­kungen sind auf Binnengewässern normal. Deshalb sollte man sich nicht von jedem klei­nen Verklickerwackeln zu einer Wende zwin­gen lassen. Bei stetigem Drehen des Windes ist es aber ratsam, vor dem Aufkreuzen zu überlegen, welcher Bug der günstigere für die langen Schläge ist. Denn: Streckbug zuerst!               

 

Dieser Artikel erschien auch in der Zeitung der AS Jeton            

 

Schwarzes Brett

Anzahl Einträge: 11
Datum:  29.04.2012 19:53
Name:  Thorsten und Michaela
Text:  Wir gratulieren allen Funk-Prüfligen zu ihren bestanden Prüfungen.
Datum:  23.04.2012 18:34
Name:  Michael Koch
Text:  Achtung!! Wasserlieger sollten ab jetzt gut abgefendert werden. Die Arbeitsboote auf dem See erzeugen erheblichen Schwell!!
Datum:  17.04.2012 10:39
Name:  Weinrich
Text:  Camping in Friesland: Teroele am Kovorder Mer. Ist mehreren Vereinsmitgliedern bekannt.
Alles Gute Matthias
Datum:  14.04.2012 08:13
Name:  Daniel Röwenstrunk
Text:  Möchte mit meiner Familie und eigener Jolle im Sommer Urlaub an den niederländischen Binnenseen in Friesland machen. Hat da schon jemand Erfahrungen gesammelt und kann uns einen guten Tipp für einen Campingplatz geben?
Grüße und Danke!
Datum:  11.04.2012 16:41
Name:  Michael Koch
Text:  !!Achtung!! Anmeldung zur Pfingstfreizeit jetzt online unter 'Home' verfügbar!!
Datum:  11.04.2012 16:37
Name:  Michael Koch
Text:  !!Achtung!!
Einladung zum Ansegeln unter Rubrik 'Aktuelles' zu finden
Datum:  07.04.2012 21:28
Name:  Melanie Hessel- Wennemann
Text:  Ju Hu!! Hab nicht schlecht gestaunt als ich gelesen habe das IKEA nach seinem Selbst-Bau-Haus nun eine kleine Jolle im August auf den Markt bringen will. Nur wenige cm größer als die Pax Schränke. Mal gucken wann sie Flugzeuge im Selbstbausatz auf den Markt werfen.
Schöne Ostertage!
Datum:  31.03.2012 17:51
Name:  Michael Koch
Text:  Hallo allerseits!
Was gab's heute neues am See?
War jemand segeln?
Bitte um kurze Info, Danke!
Datum:  25.03.2012 19:07
Name:  Michael Koch
Text:  Wer ist am Mittwoch 28.03. am See?
Brauche kurz Hilfe bei 'Flash'
Datum:  25.03.2012 18:11
Name:  Menneking
Text:  Hallo Jeton- und Piratsegler! Schade dass Ihr heute nicht am See wart. So ein herrlichses Wetter für die ersten Übungen habt Ihr verpasst!
Datum:  05.03.2012 18:47
Name:  Michael Koch
Text:  Ja! Bei uns ist der Verklicker angekommen.
viele grüße!
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