Ganz ohne Wasser geht es nicht

Stade - Reisebericht 15.10.- 17.10.2021

Erstmalig bot der Segel-Club Schieder-Emmersee e.V. einen Wochenendausflug für Interessierte und Mitglieder an, um Austausch, Kennenlernen und Gemeinschaft zu stärken.

Ziel unserer 1. maritimen Städtereise war die alte Hansestadt Stade.

Freitagnachmittag im Café & Hotel zum Holzhafen  traf sich unsere 12-köpfige Gruppe bei Kaffee und Kuchen in Stade. Das Hotel war für uns Unterkunft und Startpunkt nach dem morgentlichen, gemeinsamen Frühstück, denn ein Paket mit Aktivitäten war für uns gebucht.

Bei trockenem frischen Wetter ging es Samstag auf eine 2-stündige Stadt- und Brauereiführung mit Verkostung, welches vom Stader Urgestein - Knut - auf sehr humorvolle Art durchgeführt wurde.

Sonntag unternahmen wir eine 1-stündige Fleetkahnfahrt auf dem Gewässer – Burggraben. Es ging entlang der alten Wallanlagen, die die Stader Innenstadt umschließen.  Trotz des kühlen Wetters fanden alle die Umgebung sehr idyllisch. Hier lohnt sich der Besuch des ältesten Freilicht­museums Deutschlands beim nächsten Mal.

Nach der Kahnfahrt mussten wir uns bei Pannekoken, Apfelstrudel und Heißgetränk erstmal wärmen. Es ging kuschelig in dem kleinen, engen Café zu.

Im Paket war für das leibliche Wohl abends im Ratskeller eine lange Tafel mit Speisen vorgesehen. Der Ratskeller mit Gewölbe überstand 1659 den großen Stadtbrand. Auf ihm wurde 1667 das "alte Rathaus" gebaut.

Unser 13. Teilnehmer, Julian, gebürtiger Stader, gesellte sich zu den Aktivitäten und zum Essen dazu.

Freitags kam es bei untergärigem Blonden und Roten Kellerbieren zu netten und lustigen Geschichten, nicht nur rund ums Segeln. Das Essen war reichlich und lecker. Auch als Neuling fühlte ich mich gut aufgehoben.

Die städtische Siedlung als Schiffslandeplatz an dem kleinen Elbnebenfluss Schwinge wurde 994 erstmals nach einem Wikingerüberfall erwähnt. Im 12. Jahrhundert waren Hafen und Elbübergang bedeutender als Hamburg.

1209 erhielt Stade das Stadtrecht und 1256 ein Stapelprivileg für alle von See kommenden Waren. Es gelang Hamburg zwar bald dieses Privileg zu brechen, Stade blieb aber bedeutender Marktort der Unterelbe. Handelsprivilegien verbanden die Stadt mit Lüneburg, Celle und Braunschweig. Im 13. Jahrhundert sind Stader Kaufleute in Gent, Utrecht und in Ripen /Jütland nachweisbar. Seitdem gehört Stade zur Hanse. Wegen der Aufnahme englischer Tuchkaufleute wurde Stade 1587 bis 1601 aus der Hanse ausgeschlossen.

Unter schwedischer Herrschaft 1645-1712 wurde die Stadt Verwaltungszentrum und zur europäischen bedeutenden Festung ausgebaut.

Die Entwicklung zu einer prosperierenden Stadt ist eng mit der Hafenentwicklung verbunden. Neben dem modernen Seehafen Stade-Bützfleth am seeschifftiefen Fahrwasser der Elbe gibt es eine weitere Anzahl von Häfen. Der neue Hafen in Stade wird von Sport- und Traditionsschiffen benutzt. Die gewerbliche Schifffahrt ist wegen der Entfernung zum Fahrwasser der Elbe - 4 km - und des begrenzten Tiefgangs in der Schwinge praktisch nicht gegeben.

Zu den größten Arbeitgebern zählt AIRBUS. In Stade werden die Leitwerke für die Luft- und Raumfahrt weiterentwickelt und aus kohlenstofffaser­verstärkten Kunststoffen, kurz CFK, hergestellt.

Ein sehr gelungenes Wochenende, eine verbindende Zeit. Und wie so oft viel zu kurz!

Alle Teilnehmer freuen sich schon auf die nächste maritime Städtetour....

Elke Krüger